Zum Inhalt springen

Compliance & Sicherheit

Ein praktischer Rahmen für DSGVO- und EU-AI-Act-Compliance

Compliance ist keine Phase, in der die Rechtsabteilung am Ende dazustößt. Sie ist eine Randbedingung, die im Architekturdiagramm sichtbar sein muss.

Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert: 7 Min. LesezeitNeuros Security · Sicherheit & Compliance

Kurz gesagt

Wie bleibt man beim KI-Einsatz datenschutzkonform?

Compliance entsteht in drei Schritten, die alle Architekturentscheidungen sind: ein Datenfluss-Inventar erstellen, das System einer Risikoklasse zuordnen und das Modell bei Bedarf on-premises betreiben. Ist nicht festgehalten, welche personenbezogenen Daten zu welchem Dienst fließen, lässt sich keine Compliance-Aussage prüfen; fällt die Risikoklasse hoch aus, sind Risikomanagement, technische Dokumentation und menschliche Aufsicht nicht nachrüstbar, sondern von Anfang an vorgesehen.

Die meisten Compliance-Fragen in KI-Systemen laufen auf eine hinaus: Welche Daten gehen zu welchem Zweck wohin und bleiben wie lange?

Wie erstellt man ein Datenfluss-Inventar?

Für jedes KI-Feature sollten Eingangsdaten, Verarbeitungsort, Aufbewahrungsdauer und Weitergabe an Dritte in einer einzigen Tabelle stehen. Diese Tabelle ist die gemeinsame Grundlage für das technische wie für das juristische Gespräch.

  • Maskieren oder pseudonymisieren Sie personenbezogene Daten, bevor sie das Modell erreichen.
  • Legen Sie Auftragsverarbeitungsvertrag und Aufbewahrungsrichtlinie mit Ihrem Modellanbieter verbindlich fest.
  • Machen Sie menschliche Aufsicht für Hochrisiko-Anwendungsfälle verpflichtend.
  • Speichern Sie Entscheidungsbegründungen dauerhaft, um Erklärbarkeitspflichten zu erfüllen.

In welche Risikoklasse fällt ein KI-System?

Der EU AI Act klassifiziert Systeme nach Risikostufe. Personalauswahl, Kreditbewertung und biometrische Identifikation fallen in die Hochrisikokategorie und erfordern zusätzliche Dokumentation.

Wann ist der On-Premises-Betrieb die richtige Entscheidung?

Wo Datensouveränität kritisch ist, ist ein Betrieb offener Modelle auf eigener Infrastruktur inzwischen technisch wie wirtschaftlich tragfähig.

Risikoklassen der EU-KI-Verordnung und die jeweiligen Pflichten
RisikoklasseBeispielanwendungPflicht
InakzeptabelSocial ScoringVerboten
HochKredit-Scoring, BewerbervorauswahlRisikomanagement, Daten-Governance, technische Dokumentation, Protokollierung, menschliche Aufsicht
BegrenztKunden-ChatassistentTransparenz: Nutzende müssen wissen, dass sie mit einer KI sprechen
MinimalSpamfilter, EmpfehlungsrankingKeine zusätzliche Pflicht

Quellen

  1. 016698 sayılı Kişisel Verilerin Korunması KanunuT.C. Mevzuat Bilgi Sistemi · 2016
  2. 02Kişisel Veri Güvenliği Rehberi (Teknik ve İdari Tedbirler)Kişisel Verileri Koruma Kurumu · 2018
  3. 03Regulation (EU) 2024/1689 — Artificial Intelligence ActAvrupa Birliği Resmî Gazetesi · 2024
  4. 04Regulatory framework for AIAvrupa Komisyonu · 2024
  5. 05AI Risk Management Framework (AI RMF 1.0)NIST · 2023

Häufige Fragen

Was oft gefragt wird

Das Inventar beantwortet vier Fragen: Welche personenbezogenen Daten werden erhoben, auf welcher Rechtsgrundlage verarbeitet, wohin fließen sie und wie lange werden sie aufbewahrt. Am schwersten ist in der Praxis die dritte — Daten gelangen in den meisten Organisationen an mehr Orte als erwartet: Logs, Analysewerkzeuge, Backups und Supportsysteme. Fehlen diese Pfade, ist das Inventar im Audit unvollständig.

Es bedeutet nicht, dass das System verboten ist, sondern dass es dokumentationspflichtig wird. In der Hochrisikoklasse werden Risikomanagementprozess, Daten-Governance, technische Dokumentation, Protokollierung, Transparenz und menschliche Aufsicht verbindlich. Jede dieser Anforderungen berührt die Architektur — die Einstufung ans Ende der Entwicklung zu schieben heißt, ein fertiges System neu zu schreiben.

Nein; der Bedarf ergibt sich aus Datenart und Übermittlungsvoraussetzungen. On-Premises ist richtig, wenn besondere Kategorien personenbezogener Daten verarbeitet werden, wenn Daten das Land nicht verlassen dürfen oder wenn das System auch bei einem Ausfall weiterlaufen muss. Sonst lassen sich Regionswahl, Verschlüsselung, Zugriffsrechte und Aufbewahrung vertraglich regeln. Die Entscheidung gehört vor den Architekturbeginn.

Sprechen wir darüber mit Ihrem Team

Wir können eine technische Session durchführen, die all das auf Ihren Kontext überträgt.